Liefertermin verschiebt sich

April, Mai, Juni, Juli – Alternative gesucht

Wie schon erwähnt, nichts deutete darauf hin, dass wir unser Womo nicht zum vereinbarten Liefertermin bekommen sollten. 

Froh gelaunt rechneten wir im April mit dem Anruf unseres Händlers, dass der Liefertermin nun fest sei und wir ganz klar planen könnten… Da Ralf im April Geburtstag hat, wollte ich ihn mit einem erweiterten Kurztrip nach Flensburg zum Max Raabe Konzert im August überraschen. Die Konzertkarten hatte ich schon einmal verlegen lassen (ziemlicher Aufwand bei Eventim und Konzertveranstalter). Also ja noch massig Zeit bis dahin. Tja, ihr könnt es euch sicherlich schon denken, das war nix mit dem Liefertermin. 

Die Gewitterwolken wurden größer, denn auf einmal war nicht nur die Geburtstagsüberraschung für Ralf zunichte, auf einmal drohte sich auch unser Jahresurlaub in Luft aufzulösen, hatten wir Hüttli ja bereits im Februar in treue, neue Hände gegeben (Hüttli fährt jetzt in der Nähe von Duisburg rum und macht den neuen Besitzern sichtlich Spaß). 

Vorsichtige Schätzungen vom Händler – Ende September. Immerhin waren wir nicht alleine mit unserem Thema, Freunde von uns hatten in Dresden den gleichen Spaß mit ihrem neu bestellten Carado Alkoven. Gefühlsmäßig ist das ein auf und ab, auch wenn uns vollkommen klar ist, dass wir hier von einem Luxusproblem sprechen. In Zeiten wo Menschen ohne Hab und Gut unterwegs sind, es in vielen uns umgebenden Ländern immer schwieriger wird von demokratischen Regierungen zu sprechen, in Zeiten, wo Menschen um ihr Leben fürchten, da ist ein Lieferproblem eines Wohnmobils – kein Problem. 

Wir sind engagiert und unterstützen, wo wir dies für sinnvoll halten, aber wir werden und können die Welt nicht retten und werden deshalb nicht nicht Leben. Soviel kurz zu unserer Haltung. Wir sind übrigens auch Mitglieder:innen beim Wohnmobil für Klimaschutz. Können wir sehr empfehlen.


Pflanzt mit 1 Cent pro gefahrenem Kilometer klimarobuste Bäume und leistet so einen wichtigen Beitrag zum Erhalt eines intakten Waldes und zur Reduzierung der CO2-Konzentration in unserer Atmosphäre. Hier gehts zur Webseite. 

Zurück zum Liefertermin. Was tun? Die Frage haben wir nicht nur uns, sondern auch unserem Wohnmobilhändler gestellt. Nachdem der neue Liefertermin (unser Händler traute sich schon gar nicht mehr zu fragen, bzw. uns eine Auskunft zu geben, so dynamisch war die Zeit) Ende September sein sollte, mussten wir uns nach einer Alternative umschauen, denn ein Urlaub zu Hause – war keine Option. 

Unser Händler machte uns den Vorschlag mit einem Mietmobil (zur Hälfte der normalen Kosten) in Urlaub zu fahren. Hmm… Ralf war davon zumindest etwas angetan, ich eigentlich gar nicht. Wollte ich doch nicht in einem Womo schlafen, wo schon viele andere geschlafen haben. Gleichzeitig mache ich das beruflich ja doch recht häufig und Ralf fragte zurecht, wo der Unterschied sei, ob ich in einem Hotelbett übernachte oder in einem grundgereinigten Womo. Trotzdem… irgendwie wollte ich nicht, habe mich dann aber überzeugen lassen und mit der Option unseren eigenen Topper (der ja schon bestellt war) auf das Bett zu legen ging es dann auch für mich. Also Anzahlung an McRent geleistet und ein ähnliches Womo (Reisemobil Family Standard) reserviert. 

Begeisterung sieht anders aus!

Zubehör

Warten ist anstrengend. Vor allem dann, wenn Mann viel Zeit damit verbringt sich zu überlegen, was alles noch für ein Womo angeschafft werden soll.

Folgende Kleinigkeiten waren in der Überlegung (ihr bekommt auch direkt die Entscheidung und unsere Bezugsquellen mit). Hinweis in eigener Sache, das sind wirklich unsere Quellen und wir bekommen dafür kein Geld oder Sachleistungen):

  • Boxen für die Garage – gekauft, Ordnung in der Garage muss sein (hat jedes Bauhaus, TOM, Obi und wie sie alle heißen, Euroboxen)
  •  Thitronik Sicherheitssystem – Null nachdenken, wollen wir! bestellt bei De Swart & Sohn
  •  Zusatzschlösser für Fahrer-, Beifahrer- und Aufbautür – verschoben bis zum Caravansalon, aber diese Marke
  • Holz für die Dusche – gekauft, sieht netter aus ? (nach der Bestellung, beim Händler)
  • Omnia Backofen – gekauft, keine Lust auf selbstgemachte Brötchen zu verzichten (wir haben unseren über „4 Reifen & 1 Klo“ gefunden)
  • Gasaußensteckdose – bestellt, wir wollen auch draußen kochen (nach der Bestellung, beim Händler)
  • Duocontrol – bestellt, während der Fahrt im Winter wichtig… Heizung (nach der Bestellung, beim Händler)
  • Schubladeneinsätze – klar, soll ja nicht alles hin und her wackeln (Kühlschrankeinsatz)
  • neue Töpfe – waren fällig, die alten aus Hüttli haben ausgedient (Set)
  • neues Besteck – Kaufhof im Abverkauf
  • Bettwäsche – wohlfühlen ist wichtig (gibt es hier)
  • Topper – nach längerer Überlegung, da wir gut liegen wollen (auch nach der Bestellung, beim Händler)
  • Dinkelkissen – für angenehme Träume (Kissen)
  • Airlineschienen – natürlich gekauft, bessere Verzurrung in der Garage (Airline)
  • Solbio – war uns wichtig, weil wir keine Chemie nutzen wollen (Solbio)
  • kleiner Tritt – ich komme sonst nicht an das Dachfenster zum Öffnen desselbigen
  • Fußbodenerwärmung – wollte Ralf haben (er friert so schnell ?). Nachdem unser Händler sagte, dass von 100 Wohnmobilen er nur ganze 2 mit sowas ausgestattet hat und Ralf den Tip gab bei kalten Füßen ein zweites Paar Socken anzuziehen, haben wir es sein lassen ???
  • Solaranlage – sinnvoll, aber auf später verschoben
  • Wechselrichter – dito
  • Lithiumbatterie – dito
  • Luftfederung – dito
  • Ratzfatz Radhalterung – gekauft, echt genial, denn jetzt sind unsere E-Bikes in der Garage! (Auch bei unserem Womo-Händler, nach der Bestellung
  •  Anhängerkupplung – irgendwann wollen wir unsere Vespa mit in Urlaub nehmen
  •  Faltgieskanne – gekauft, zu unserer Schande gestehen wir, dass wir diese bei Amazon gekauft haben. Normalerweise unterstützen wir lieber die Kleineren…

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Warten…

Um es vorweg zu nehmen, warten ist in einer solchen Angelegenheit nicht gerade unsere Stärke…

Wie gesagt, im Oktober 2020 bestellt mit der Maßgabe, na, bis zum nächsten Urlaub ist er sicherlich da. Auch von Seiten des Händlers gab es keinen Hinweis, dass der ersten Liefertermin Mitte Mai sich als unrealistisch herausstellen könnte. Zu Hause angekommen waren wir sehr euphorisch und haben uns gegenseitig beglückwünscht (und ich glaube, auch darauf etwas getrunken) eine solch tolle Entscheidung getroffen zu haben, aber Mai ist ja noch so lange hin. Auf jeden Fall haben wir dann den ersten Menschen in unserem Freundes- und Familienkreis davon erzählt. Die Reaktionen waren wie ein bunter Blumenstrauß, die meisten davon sehr positiv. Ab und an wurde uns die Frage gestellt, ob 7,40 Meter nicht vielleicht etwas zu lang sind… – Nein sind sie nicht, auch wenn ich zwischendurch durchaus diese Befürchtung auch hatte…

Ralf hat dann angefangen bereits die technischen Informationen zu lesen. Handbücher gibt es heutzutage ja online. Auch war die Frage, was benötigen wir alles an Zubehör und noch viel wichtiger, wie bringen wir das in unserem Womo unter und wo. Auch hier kann man ja ein Vermögen ausgeben. Also will der Zukauf sehr durchdacht sein und wir wollten uns nicht von „haben wollen“ leiten lassen, aber das ist eh nicht so unsers. 

Ich habe mich eher damit beschäftigt, was ich im Womo gerne wohnlicher gestalten möchte (hört sich ja leider nach einem ganz klassischen Männer-. Frauenbild an, welches wir garantiert nicht leben!). Da wir mit Karl-Friedrich (dessen Name zu der Zeit noch gar nicht feststand) ja wie schon erwähnt auch auf Kunsthandwerkermärkte wollen, war uns wichtig, dass wir die Rückseite von KF gestalten wollen. Dabei habe ich mir die Fragen gestellt, was genau soll auf die Rückseite. Da wir uns ja bewusst gegen einen angebauten Fahrradträger entschieden hatten stand mir ja die komplette Rückfront uneingeschränkt zur Verfügung.  

Also, was gestalten… Kontaktdaten, Logo (welches Logo?), Hinweis auf die Webseite…, etc. Also ran an das IPad und die ersten Entwürfe erstellt. Ralf und ich waren uns schnell einig, dass wir in unseren Farben – blau – unser Logo aufbauen werden. Ich erspare euch die Entwürfe, gleichzeitig gerne tobender Applaus für unser Firmenlogo. 

Die Auswahl

Die Entscheidung für den Sunlight war relativ schnell gefallen. Das Design sehr modern, das Raumangebot echt riesig, reinkommen, wohlfühlen. Wir hatten uns noch einen Detlef Just 90 angesehen, welcher einen ähnlichen Grundschnitt hat, aber aufgrund der enorm hohen Nachfrage, war dieser schon „weg“. 

Wer Lust hat, kann sich nebenstehend auf der Sunlight Händlerseite unseren Karl-Friedrich im Innenleben anschauen (allerdings funktioniert das 360 Grad Video von Sunlight nicht immer…)

Hier gehts zum 360 Grad Händlervideo.

Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben, dass wir, als wir uns das erste Mal mit dem Thema Wohnmobil intensiver beschäftigt haben, es ganz klare Vorgaben gab: Nicht länger als 6 Meter, ein Kastenwagen (weil sehr wendig), Längsbetten, Toilette und Dusche und maximal 3,5 Tonnen schwer. Ach ja und mehr als 50.000,- Euro sollte er auch nicht kosten. 

Und… wenn ich auch sage, die Entscheidung war schnell gefallen, ehrlicherweise, so schnell ja doch nicht. Das was jedoch von Anfang an klar war, war, dass es ein neues Wohnmobil sein soll. Wir werden sehr wahrscheinlich nur einmal im Leben uns ein solches Gefährt zulegen. Also haben wir uns mit den verschiedenen Modellen der Wohnmobilwelten beschäftigt. Es gibt derer doch recht viele. 


Vollintegriert

Teilintegriert
Alkoven

Buss / Van

und noch ganz viele Unterkategorien mehr…

Der Kastenwagen war relativ schnell „raus“, denn beim Besichtigen bin ich vor der Küche stehend mit meinem Hintern schon an die Rückwand gekommen (und ich habe durchaus „normale“ Maße). Auch waren die Modelle immer mit Querbetten, was wir nicht mehr wollten. Wir hatten im alten Hüttli Querbetten und irgendwie passte das nicht mehr zu uns.

Der Alkoven kam von Anfang an nicht für uns in Betracht, da ich keine Lust hatte zu klettern. Weder Abends in das Bett noch – und das war weitaus wichtiger – Nachts auf dem Gang zum Bad über eine Leiter aus dem Bett. Ich bin froh, wenn ich zu Hause schlaftrunken das Badezimmer finde, das wollte ich Ralf und mir in einem Wohnmobil nicht antun. 

Der Vollintegrierte lag nun gar nicht in unserem gesetzten Budget und haben uns auch nicht wirklich gefallen. 

Also viel die Entscheidung auf einen Teilintegrierten. Und der hat zumindest ein paar Kriterien von unsere Wunschliste erfüllt. 

  • nicht länger als 6 Meter – na ja, sind jetzt 7,40 Meter
  • Kastenwagen – na ja, kein Kastenwagen, Teilintegrierter
  • Längsbetten – jupp, haben wir
  • Dusche – jupp, haben wir
  • Toilette – jupp, haben wir, sogar getrennt zur Dusche
  • nicht schwerer als 3,5 Tonnen – jupp, noch… mal sehen, ob wir auflasten müssen…
  • nicht teurer als 50.000,- Euro – na ja, nicht wirklich…
  • Anhängerkupplung – jupp
  • kein angebauter Fahrradträger – jupp

und dazugekommen sind dann noch:

  • die 9 Gang Wandler Automatik
  • Rahmenfenster
  • Alufelgen
  • Lederlenkrad
  • der große Kühlschrank
  •  ein zusätzliches Fenster
  • der größere Frischwassertank
  • und noch ein paar Kleinigkeiten

Los gehts…

Oktober 2020…

Mein Mann Ralf (Jahrgang 1964) und ich (Jahrgang 1965) haben es getan. Wir haben bei der Camping Oase Kerpen einen Sunlight T 69 LC bestellt. 

Sehr spontan, denn eigentlich sollte „er“ erst kommen, wenn wir in Rente gehen. Gleichzeitig… wenn nicht jetzt, wann dann? Den „richtigen“ Zeitpunkt gibt es eh nicht. Und solange wir noch in Lohn und Brot stehen und wir unsere Liebe und den Respekt voreinander nicht verlieren, Gesund bleiben, bzw. sich die Wehwehchen in Grenzen halten, solange haben wir keine ernsthaften Probleme. Wir haben keine Kinder, dafür habe ich drei entzückende Nichten und Neffen im Alter von 9 bis 22 Jahren und eine dazugehörige Schwester, nämlich meine. Auch meine Mama ist mit ihren 79 Jahren noch fit dabei. Mein Mann bringt noch einen Stiefbruder mit Familie und die zweite Frau seines verstorbenen Vaters mit. 

Ach… und natürlich nicht zu vergessen unsere Kaiserin. Murmel ist jetzt 11 Jahre alt und entzückt uns immer wieder aufs Neue. 


Also haben wir beschlossen es zu wagen und unseren über 30 Jahre alten Wohnwagen in fremde Hände zu geben. Wir waren bis dato einmal im Jahr in unserem Jahresurlaub mit „Hüttli“ unterwegs und haben viele Menschen zum Lächeln gebracht.

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